Von Schönefeld zur Wesertalsperre

Nachdem die Nach-Corona-Auftaktwanderung am Sonntag leider buchstäblich „ins Wasser gefallen“ war, konnte Wanderwartin und -führerin Helga Giesen nun zur ersten Seniorenwanderung – auch im Namen des Vorsitzenden Hubert Baumsteiger – bei angenehmen Temperaturen 19 TeilnehmerInnen begrüßen.

Die knapp 9 km lange Tour führte vom Restaurant Schönefeld an der Waldstraße nach Eupen entlang von Weser und Diepbach (in manchen Karten Diebach) kreuz und quer durch den Wald bis zur Staumauer der Wesertalsperre, auch als Eupener Talsperre bekannt. Hier wurde eine kleine Rast eingelegt und die Wf. gab einige Erläuterungen zur Geschichte der Talsperre.
Die festen Wege mit nur geringen Steigungen, denen auch die Wolkenbrüche der letzten Tage nichts anhaben konnten, waren zum Wiedereinstieg nach der langen Pause gut geeignet. Die Strecke führte auch am mitten im Wald gelegenen ehemaligen Gasthaus Diepbach vorbei. Hier feierte die Eupener Bevölkerung bis zum Beginn des vorigen Jahrhunderts zahlreiche Sommerfeste, bekannt wurde das Anwesen jedoch in der Nachkriegszeit als Umschlagplatz für den Kaffeeschmuggel von Eupen in Richtung Roetgen und Aachen.
Wer Lust hatte, konnte sich anschließend noch im Biergarten des Restaurants mit einem Leffe stärken – das gibt es auch in alkoholfreier Variante, was den Freunden belgischen Bieres bisher nicht bekannt war.

 

 

Wesertalsperre:

Das Quellgebiet der Weser liegt am Fuß des Steling, sie bildet sich aus zahlreichen Rinnsalen, die das Steinleyvenn durchfließen. Die wichtigsten Nebenflüsse, die wir auch von Wanderungen kennen, sind Hill (mündet bei Eupen) Gileppe und Hoegne. Erwähnt wurde die Weser erstmals 915 n. Chr. als „Vesera“ = sumpfiger Bach.
Der Bau der Talsperre wurde schon 1901 geplant, scheiterte aber an den dafür notwendigen Gebietsverhandlungen zwischen Belgien und Preußen ebenso wie am Widerstand der Eupener Bevölkerung. (Eupen war zu der Zeit preußische Kreisstadt [bis 1920] und Belgien hätte Land abtreten müssen. Dafür verlangte es den Verzicht Preußens auf Ansprüche an Neutral-Morsenet.)
Gebaut wurde dann zunächst von 1935 bis 1942, nach dem Krieg wurde weitergebaut und die Einweihung erfolgte1951. Das brachte1958 das Aus für den Reinartzhof, der jetzt im Wassereinzugsgebiet lag. 1971 verließen die letzten Bewohner ihre Häuser. 1960 bis 1963 wurde der 3,5 km lange Betongraben gebaut, der den größten Teil des Weserwassers vor Roetgen ableitet und dann über Stein- und Getzbach wieder zugeführt wird. Die Getz mündet, schon im Staubereich der Talsperre, ebenfalls in die Weser. Über einen Stollen zur Getz wird auch Hillwasser eingeleitet. Die Talsperre versorgt ein Gebiet bis nach Lüttich mit Trinkwasser und hatte auch große Bedeutung für die in Eupen ansässige Industrie. Die Wesertalsperre war bis 1971 die größte Talsperre Belgiens, nach ihrer Aufstockung hat die ursprünglich bereits aus dem 19. Jhd. stammende Gileppe-Talsperre knapp die Nase vorn.
Zahlen: Staumauer 409 m lang, 69 m hoch und zwischen 55 (Fuß) und 11 m (Krone) breit, Wasserfläche 126 ha. Im Gegensatz zur Dreilägerbachtalsperre ist sie nicht eingezäunt, obwohl auch hier die Wasseraufbereitungsanlage direkt unterhalb der Talsperre liegt.

 

Zur Ergänzung des Themas Wertalsperre wurden ältere Fotos eingefügt.

K. Heidtmann

 

Fotos: H. Kashifipour, K. Heidtmann.  Zusammenst./Aufber.: K. Heidtmann