Nach der 4. Etappe des Wildnis-Trails im letzten Jahr stand nun eine Wanderung auf der 3. Etappe von Gemünd nach Heimbach auf dem Programm. Trotz des regnerischen Wetters hatten sich zur Überraschung von Wf. Helga Giesen zehn mutige Mitwanderer auf dem Markt eingefunden.

 

Der Höhenrücken des Kermeter war der entscheidende Grund für die Ausweisung des Nationalparks Eifel am 1.1.2004. Mit seinen alten Buchenwäldern ist er das ökologische Herzstück des 110 m² großen Gebiets. In einem Nationalpark, der zweithöchsten von sechs Schutzkategorien, sind Eingriffe in die Natur nur erlaubt, um „Lern- und Erholungsmöglichkeiten für Menschen zu schaffen“. Mindestens 75 % der Fläche sollen unbeeinflusst bleiben und somit wieder zur Wildnis werden. Dass dies schon weit fortgeschritten ist, wurde auf der Wanderung rechts und links des Weges deutlich.
Gestartet wurde auf ca. 340 Metern Höhe am Nationalpark-Tor in Gemünd. Gleich nach dem ersten „flachen“ Kilometer begann der steile Aufstieg über einen Pfad am Südhang des Kermeter. Hier dominieren noch die wärmeliebenden Eichen. Nach einer kurzen Trinkpause an der „Kaisereiche“ – eine Tafel informiert darüber, dass hier ein Förster anlässlich der Einweihung der Urftstaumauer 1904 durch Kaiser Wilhelm II. eine Eiche pflanzte – wurde über weitere Serpentinen nach gut vier Kilometern das Dorf Wolfgarten auf 511 Metern Höhe erreicht. Die wohlverdiente Bananenpause wurde, mittlerweile (fast) ohne Regen, an einem Picknickplatz im Ort eingelegt. In nun sanfterem Auf und Ab ging es auf bequemen Wegen durch den östlichen Kermeter. Mischwald und vor allem die typischen Buchenbestände begleiteten die Wanderer auf dem weiteren Weg in Richtung Mariawald. Reichlich Totholz zeugt auch hier davon, dass der Umbau des Waldes von einem früheren Wirtschaftswald zu einem Naturwald in vollem Gange ist.
Zur Mittagszeit war das Kloster Mariawald erreicht. Am Ehrenfriedhof oberhalb des Klosters konnte immer noch trocken und mit schöner Aussicht Pause gemacht werden. Hier schlug die Wf. vor, von der ausgeschilderten Route abzuweichen, die auf weiterhin breiten Wegen etwas langweilig durch Eichen- und Buchenwald sowie einigen Nadelholzparzellen führt. In diesem Bereich liegen auch zwei der Wegstücke, an denen neuerdings Schilder vor Gefahren durch umstürzende Bäume und abfallende Äste warnen, da Trockenheit und Borkenkäfer das hier durchaus gewünschte Absterben der Fichten beschleunigt haben. Ein uriger Pfad abwärts durch das Herbstbachtal verkürzte zwar die ursprünglich geplanten 20 auf ca.17 km, war jedoch trotz matschiger Passagen interessanter zu gehen. Da Heimbach auf nur 227 Metern Höhe liegt, führte auch der weitere Weg stetig bergab. Kurz vor dem Ziel setzte wieder heftiger Regen ein, so dass die Gruppe froh war, noch für kurze Zeit im Nationalpark-Tor am Bahnhof Unterschlupf zu finden, bevor die halbstündige Busfahrt zurück nach Gemünd noch einmal viele schöne Aussichten u. a. auf Schwammenauel und den Urftsee bot. Im Cafè Drehsen-Theisen in der Fußgängerzone von Gemünd ließen die Wanderer den Tag ausklingen.

 

Fotos: H.Baumsteiger, Zusammenst. /Aufbereit.: K. Heidtmann