Am 19.8.2018 trafen sich 23 Wanderer am Roetgener Markt, um das Besondere in Aachen`s Parks

(Nr. 2) zu entdecken, diesmal auch wieder bei strahlendem Sonnenschein, aber sehr angenehmen Temperaturen.

 

Los ging es am Parkplatz "Hangeweiher". Die Herman-Löns-Allee führte uns nach "Grundhaus", dem ehemaligen Wochenendhaus eines Aachener Tuchfabrikanten Gustav von Halfern, von welchem wir später noch mehr erfahren. Über den steil ansteigenden "Luther-Weg" gelangten wir zum "Hasselholzer Weg" und weiter in die "Hanbrucher Str.", wo wir an der alten Volksschule Halt machten und Erinnerungen an manche Kindheit austauschten.

Nach Überquerung der "Vaalser Str." gelangten wir in den Westpark.Diesen Park finanzierte der Tuchfabrikant Emil Lochner im Jahr 1885 zum Teil durch Aktien, eingerichtet als Zoologischer Garten. Außerdem gab es einen Glaspalast, der bis zu 3000 Besucher fasste. Hier trainierte um das Jahr 1901 der Fußballclub Alemannia (heute Alemannia Aachen) sowie auch der Radsportclub Zugvogel 09. Nach dem Ende des 2. Weltkrieges wurden alle Bauten im Park abgerissen, geblieben ist der Weiher. Heute nutzen die Bürger aus Aachens Westen den Park zur Erholung.

Weiter ging es in Richtung Kronenberg zur Kirche St. Hubertus, im Volksmunt "St. Backenzahn" genannt. Leider war die Kirche verschlossen, so daß wir zügig weitergingen über "Gut Hasselholz", Adamshäuschen" zum "von-Halfern-Park". 1875 erbte Friedrich von Halfern von seinem Vater Gustav das "Wochenendhaus" mit seinem Park, kaufte noch weitere Grundstücke hinzu und gestaltete den inzwischen 10 Hektar großen Landschaftsgarten im englischen Stil. Als Dendrologe pflanzte er viele exotische Bäume, die wir heute 150 Jahre später hier noch bewundern können. Im  Jahr 1908 erbte sein Sohn Carl allen Besitz einschließlich der prächtigen barocken Villa in der Nähe. Während des 1. Weltkrieges besetzte die belgische Besatzungsmacht die Villa und den Park. Dies führte zu einem vorläufigen Verfall der Anlage. 1925 gingen die Ländereien einschl. der Villa "Hochgrundhaus" auf die Stadt Aachen über unter der Auflage, diese nur zu sozialen Zwecken zu nutzen. Heute ist hier ein Waldorfkindergarten.

Mittagspause machten wir auf dem Grillplatz "Adamshäuschen". Über "Waldschenke" - hier erinnert eine Gedenktafel an "Lennet Kann", einem Öcher Original, welcher sich hier um die Jahrhundertwende seine "Groschen" erbettelte. Natürlich sangen wir auch den Refrain des Liedes: "Dat es der Lennet Kann". Weiter ging es abwärts über einen schmalen Pfad zur "Kaiser-Friedrich-Allee", die mit dem "Tritonenbrunnen" ihren Anfang nimmt. Dieser Brunnen stand ursprünglich (1906-1910) vor dem Aachener Hauptbahnhof, wurde aber 1923 an seinen heutigen Standort versetzt. Er zeigt "Triton", einen Meeresgott der Griechischen Mythologie. Gespeist wird er vom Wasser der "Pau", das schließlich weiter zum "Hangeweiher" im Kaiser-Friedrich-Park fließt. Aachener nennen den Brunnen nur "D´r Wassermann".

Hinab ging es die Allee zum Kaiser-Friedrich-Park, für Aachener nur "d`r Hangeweiher", benannt nach dem deutschen Kaiser "Friedrich III. Errichtet wurde der Park im Stil eines englischen Landschaftsgartens und die Allee zwischen 1908 u. 1910, nachdem die Kosten von 180.000 Reichsmark genehmigt worden waren, als Volkspark mit Kahnweiher. Dieser war schon  in 18. Jahrhundert das erste Regenrückhaltebecken Aachens und diente den Tuchfabriken als Wasserreserve. Nebenan wurde  das Freibad errichtet, die erste Aachener Schwimmanstalt mit einer offiziellen

50-m-Wettkampfbahn (1925 100m lang und 45 m breit), heute komplett restauriert und das einzige Freibad der Stadt Aachen.

Wir verließen den "Hangeweiher" über seinen Terrassengarten und betraten kurz darauf den Park "Altes Klinikum", ehemals "Städtische Krankenanstalten Goethestraße". Nachdem 1984 die Doktoren nach und nach zum neuen Klinikum Melaten umgezogen waren, wurden die Gebäude bis auf einen kleinen Rest abgerissen. Geblieben sind die 2 Torhäuser und ein Gebäude, in welchem heute "Missio" residiert. Alles andere wird möglichst naturbelassen bis auf kleine Plätze zur Erholung. 2017 wurde der  Park umgewidmet zum "Nelson-Mandela-Park.

Direkt nebenan ist das Café Liege, wo wir nach soviel Kultur einkehrten zu diversen Leckereien. Übrigens: Die Wanderung wurde aufgelockert durch diverse Erinnerungsgeschichten aus dem Leben einiger Mitwanderer.  

 

Wanderführer: Hubert u. Elfriede Baumsteiger