2024-06-05 Im Gressenicher Wald zwischen Wehebachtalsperre und Schevenhütte

Das nasskalte Wetter ließ am Mittwochnachmittag eher an November als an Juni denken und
so hatten sich nur sechs mutige Wanderfreundinnen zur Seniorenwanderung eingefunden. Ziel
sollte die Weihebachtalsperre sein, die laut Zeitungsberichten zurzeit so gut gefüllt ist wie seit
20 Jahren nicht mehr.


Kurz wurde überlegt, ob man überhaupt starten oder lieber das Angebot von Wf. Helga
Giesen annehmen sollte, diese Tour auf den Juli zu verschieben.
Zum Glück entschied man sich fürs Wandern, denn schon nach wenigen Metern auf guten
Wegen durch das "Naherholungsgebiet Gressenicher Wald" zeigte sich plötzlich die Sonne!
Los ging es vom Parkplatz „Buche 19“ an der Straße Lamerssiefen zwischen Vicht und
Schevenhütte. Eine erste Guck- und Trinkpause wurde auf der Staumauer eingelegt. Rote
Wehe, Weiße Wehe und Thönbach bilden die drei Buchten der 1983 in Betrieb genommenen
Talsperre, die der Trinkwasserversorgung und dem Hochwasserschutz an Wehe und Inde
dient. Außerdem gibt es noch rund ein Dutzend kleiner Zuflüsse, die fast alle den Namen
„...siefen" tragen. Der Hüttsiefen zum Beispiel begleitete uns einen Teil des Weges. Eine
Aussichtsplattform bot einen guten Blick auf die imposante Wasserfläche, ein Vergleich mit
den Fotos in einer kleinen Ausstellung am anderen Ende des Staudamms ließ erahnen, wie
ungewöhnlich hoch das Wasser tatsächlich stand.
Im weiteren Verlauf der Wanderung stand die Gruppe dann an einem Ort, den man wohl zu
den heute so genannten „Lost Places“ zählen kann. Mitten im Wald zwischen Talsperre und
Ort liegt das Gelände des ehemaligen Steinbruchs Schevenhütte. Wohl schon seit dem
Mittelalter und bis zum Jahr 2008 wurde hier Schiefer abgebaut. Noch bis 2012 wurden
eingelagerte Platten verkauft … und was dann geschah, mag man angesichts der sonst
überbordeten Regulierungswut in unserem Land kaum glauben. Das Gelände mit bröckelnden
Hängen und Abbruchkanten sowie zahlreichen Gebäuden inklusive Maschinen und
Werkzeugen wurde einfach sich selbst überlassen. Niemand kümmerte sich, weder Besitzer
noch Behörden. Es wurde nichts gesichert oder zurückgebaut und schon gar nicht renaturiert.
Vielmehr wurde das Gebiet zum Ort von wildem Camping, ausufernden Festen und massivem
Vandalismus mit Plünderungen und Zerstörungen. Immer wieder kam es dabei auch zu
schweren Unfällen. Zuletzt geriet das Gelände Anfang Juli 2021 in die Schlagzeilen, als sich
ein 15-Jähriger bei einem Sturz lebensgefährlich verletzte. Einige Wochen nach der Flut, die
verhältnismäßig wenige weitere Schäden anrichtete, wurden jedoch seitens der
Bezirksregierung Köln an den gefährdetsten Hängen und Kanten Sicherheitssprengungen
durchgeführt, um weitere Rutsche und Abbrüche zu vermeiden. Inzwischen ist das Gelände
eingezäunt und „Betreten streng verboten“. Schlupflöcher im Zaun sind aber schon wieder zu
erkennen …
Am Ortsrand von Schevenhütte wurde die Wehe überquert und auf einem Höhenweg parallel
zur Straße Lamerssiefen wurde der Parkplatz nach gut 8 km wieder erreicht. Entlang der
ganzen Strecke war unterwegs eine üppige Blütenpracht zu bewundern, besonders der
Fingerhut hatte sich auf den vielen gerodeten Flächen ausgebreitet und leuchtete in der Sonne.

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Fotos: I. Steven

Zusammenst./Aufber.: I. Steven

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