28 Wanderfreunde fanden sich bei sonnigem und warmem Wetter auf dem Parkplatz am Schulzentrum in Herzogenrath zusammen.

Die Wanderung begann mit einer Umrundung des großen Weihers, auf dem sich allerhand Wasservögel beobachten ließen, wie z.B. Reiherenten, Kormorane, Bläßhühner, Kanadagänse, Nilgänse, Mandarinenten. Für Vogelliebhaber ein lohnender Ort. Sogar zwei Schildkröten wurden entdeckt.
Durch das Naherholungsgebiet Broichbachtal mit dem gleichnamigen Naturschutzgebiet fließt der kleine, renaturierte Broicher Bach, der nicht weit vom Flugplatz Merzbrück entspringt und in Herzogenrath in die Wurm mündet. Am Weg lag ein schöner, naturbelassener Erlenbruchwald mit zahlreichen Tümpeln und Weihern, die teils zum Angeln genutzt werden. Viele Amphibien und Reptilien leben hier und wurden vom BUND genauestens erfaßt. Leider waren die direkt am Bach verlaufenden Pfädchen z.T. noch so überspült, daß eine Begehung im Moment nicht gut möglich war.
Eine kleine Kapelle und eine Lore erinnern an die Bergbauzeit in Alsdorf, deren Halden unübersehbar vor uns lagen. Während die Halden ANNA 1 und ANNA 2 z.T. noch schwelen und ihr Betreten verboten ist, kann man die jüngste und größte Halde ANNA-Noppenberg (110m hoch) jeden 1. Sonntag von Mai bis Oktober im Rahmen von einer Führung begehen. Das Abraummaterial (allein bei der zuletzt genannten Halde 17 Mio. Tonnen) wurde im sog. Spülverfahren aufgeschüttet, d.h. es wurde mit Wasser vermischt und auf die Halde gepumpt. Das bedeutete eine geringere Staubbelastung und schnellere Standfestsetzung.
Wegen einer Sperrung des direkten Zugangs zum Alsdorfer Tierpark mußten die Wanderer ein kleines Stück entlang der B57, allerdings gefahrlos auf breitem Rad-/Gehweg, laufen. Am Grillplatz oberhalb des Tierparks wurde die Bananenpause eingelegt. Von hier aus sah man auch auf den Kahnweiher, auf dem im Sommer Tretboote fahren können und der früher mal das Alsdorfer Freibad beherbergte. Zwei weitere Wegesperrungen wurden indes ignoriert.
Durch schönen Laubwald kam man zum Ortsteil Alsdorf-Kellersberg und zum Kellersberger Hof. Das frühere Schloss Kellersberg wurde 1338 erstmals erwähnt und hatte seitdem mehrere Besitzer. Die ehemalige Wasserburg brannte 1897 aus. Ab 1906 wurde im gleichen Baustil der heutige Kellersberger Hof wieder errichtet. Das Wappen der früheren Burg ist noch heute zu sehen.
Durch Wald und später über Felder führte der Weg dann an der Kranentalsmühle und am Ortsrand von Alsdorf-Ofden vorbei in den Weiler Schleibach.
Man passierte den Schleibacher Hof, einen Reiterhof, bevor die B57 wieder überquert wurde. Hinter dieser schauten die Dächer von Schloss Ottenfeld, einem alten Herrenhaus mit Gutshof (1420 erstmals urkundlich erwähnt) hervor, das jedoch in Privatbesitz und nicht zu besichtigen ist. Davor konnte man die Banneux-Kapelle erkennen. Auf die rückwärtige Seite des Schlosses führt übrigens eine sehr schöne Birkenallee zu.
Über Duffesheide, Reifeld und In Ruif gelangten wir am südlichen Rand des Naturschutzgebietes entlang zum Ausgangsort zurück. Der aufmerksame Beobachter konnte schon manche Pflanzen und Sträucher in der Blüte sehen, die bei uns in der kalten Nordeifel noch etwas Zeit brauchen, wie z.B. Forsythien und Schlehen.

 

Rolf Berger

 

Fotos: H.Baumsteiger, B.Klinkenberg.  Zusammenst./Aufber.: K. Heidtmann