Nach der dreimonatigen Corona-Unterbrechung konnten wir unser Wanderprogramm mit der Seniorenwanderung am 1. Juli wieder starten. Leider gibt es von dieser Tour keine Fotos. Trotz der um die Mittagszeit heftigen Regenschauer waren die 19 angemeldeten Teilnehmer fast vollständig erschienen.

Mit Wf. Helga Giesen, unterstützt von Brigitte Jansen und Irene Steven, machten sie sich in zwei Gruppen auf die ca. 7  km lange Runde, die gut geeignet war zum wieder "Einwandern" nach der langen Pause. Sie führte vom Parkplatz Am Bachpütz in Venwegen zunächst am westlichen Ortsrand entlang in Richtung Friedhof und dann durch Wiesen hinauf zum Waldrand. Der Regen hatte schon nach den ersten Metern aufgehört und nun bot sich ein erstaunlich guter Rund- und Weitblick -  im Vordergrund über die Orte Walheim, Kornelimünster und Breinig, in der Ferne vom "Mulleklenkes" über die Alsdorfer Halden bis zum Sendemast auf dem Donnerberg. An der Andreas-Hütte, dem höchsten Punkt der Strecke, wurde eine Trinkpause eingelegt, bevor es steil hinab ging nach Zweifall-Finsterau, dann auf idyllischem Pfad entlang der Vicht zum Ortseingang von Mulartshütte und weiter parallel zur Landstraße zurück nach Venwegen.

 

Die nächste Seniorenwanderung mit den Wf. Helga Giesen, Rolf Berger und Irene Steven startete am 5. August vom WP Buhlert zwischen Strauch und Schmidt. 

Diesmal war es nicht der Regen, sondern wohl eher das heiße Wetter, das vielleicht den ein oder anderen Wanderfreund abhielt. In wiederum zwei Gruppen machten sich 16 Teilnehmer auf den knapp 8 km langen Weg durch das Waldgebiet Buhlert. Die interessantesten Punkte lagen im ersten Drittel der abwechslungsreichen Strecke, die meist durch lichten, schõn schattigen Laubwald führte. Hier konnten drei noch erhaltene Westwall- Bunker besichtigt werden - Erläuterungen siehe unten. Aber auch die Naturfreunde kamen auf ihre Kosten. An den reich blühenden Wegrändern konnten sie sich an vielen Schmetterlingen erfreuen und auch einige seltenere Arten sichten.

 Der Westwall, von den Westalliierten auch Siegfried-Linie genannt, war ein über etwa 630 km verteiltes militärisches Verteidigungssystem entlang der Westgrenze des Deutschen Reiches, das aus ca. 20.000 Bunkern, Stollen sowie zahllosen Gräben und Panzersperren – die Höckerlinien in der Region sind ja allseits bekannt - bestand. Er verlief von Kleve an der niederländischen Grenze in Richtung Süden bis Basel an der Schweizer Grenze.
Bei den wenigen ungesprengten Bunkern, die im Buhlert erhalten sind, handelt es sich um zwei Gruppenunterstände und einen Doppelgruppenunterstand, die größte erhaltene Anlage im Buhlert, sowie einen Maschinengewehrbunker und einen Wasserbunker. Dieser liegt 1,2 km östlich der anderen an der Quelle des Fringsklafterbaches. Der Doppelgruppenunterstand mit der noch lesbaren Nr. 139/40 besteht aus sechs Räumen, von denen die beiden größeren als Bereitschaftsräume für 27 Mann ausgelegt waren. Zur Talseite ist im Westen ein „Kampfraum“ mit MG- und Gewehrscharte angehängt. Die beiden Gruppenunterstände Nr. 131 und 132 verfügen nur über jeweils einen Bereitschaftsraum, waren aber ansonsten ähnlich konzipiert. Der etwas höher am Hang gelegene Maschinengewehrbunker Nr. 135 hebt sich infolge seiner geringen Größe nur wenig im Gelände ab.
Hitler ließ die Anlage, die militärischen und auch propagandistischen Wert hatte, ab 1936 planen und zwischen 1938 und 1940 errichten. Die Bunker wurden zumeist nach einheitlichen Standards gefertigt. Sie hatten eine Decken- und Wandstärke von 1,5 m. Vom Regelbau 10, von dem wir gleich einen auch von innen sehen werden (132), wurden beispielsweise insgesamt 3.471 Anlagen am gesamten Westwall gebaut. Diese Anlage besaß einen Aufenthalts- und Schutzraum für zehn bis zwölf Mann mit einem Eingang und nach rückwärts ausgerichteter Treppenscharte und einen 0,5 m höher angelegten Kampfraum mit jeweils einer flankierenden und frontalen Scharte für ein Maschinengewehr mit einem separaten Eingang. Weitere Scharten waren für Karabiner vorgesehen; die ganze Anlage war aus den Erfahrungen des Ersten Weltkrieges heraus sicher gegen Giftgas ausgelegt. Der Bunker war mit einem gassicheren Ofen beheizbar, der nach außen führende Kamin mit einem massiven Gitter verschlossen. Jedem Soldaten standen eine Schlafstelle und ein Hocker zu, der kommandierende Offizier erhielt einen Stuhl. Das Platzangebot war sehr gering: Etwa 1 m² Fläche konnten einem Soldaten innerhalb der Bunker zur Verfügung gestellt werden, damit war eine drangvolle Enge in den Aufenthaltsräumen vorgezeichnet.
Quelle: Wikipedia, Flyer „Literarisch-Historischer Wanderweg Nr. 86 - Bunkerweg“ 

Helga Giesen

Fotos: R.Berger, H. Giesen.  Streckenaufz. : H. Giesen. Zusammenst./Aufber.: K. Heidtmann