Start der Wanderung war das ehemalige Kloster Wenau. Es wurde 1122 gegründet als Prämonstratenser-Gemeinschaft und beherbergte Nonnen und Mönche. Im 13. und 14.Jh. entwickelt sich Wenau zu einem Zentrum christlicher Kultur. Die Mönche haben das Kloster aber inzwischen verlassen, Wenau wurde Damenstift.


Ein großer Brand 1561, aber auch zahlreiche Plünderungen brachten die Frauen von Wenau immer wieder in Not. Erst im späten 18.Jh. wurde das Leben im Kloster wieder ruhiger.
1792 eroberten die Franzosen dann dieses Gebiet. 1802 müssen sich die letzten Bewohner, 10 Nonnen und 5 Laienschwestern, verpflichten, Wenau innerhalb von 10 Tagen zu verlassen. Die Wirtschaftsgebäude wurden verkauft.
Die Pfarrkirche St. Katharina ist die Klosterkirche des ehemaligen Prämonstratenserklosters Wenau.
Weiter ging es auf einem Wiesenweg (Kirchweg) aufwärts in Richtung Heistern. Am Ortseingang von Heistern befindet sich das Wenauer Höfchen. Es war der Zehnthof des Klosters und ist auf 1743 datiert.
Über die Dorfstrasse und den „Knabbert“ erreichten wir die Burg Holzheim.
Die Burg Holzheim ist eine Niederungsburg (im Gegensatz zu Höhenburgen) und wird heute landwirtschaftlich und als Reiterhof genutzt. Sie stammt aus dem Jahr 1333, ihre Besitzer unterstanden dem Herzogtum Jülich. 1818 wurde die Burg und die Ländereien an Privatleute verkauft.
Unser nächstes Ziel war der Bovenberger Wald, er befindet sich in Privatbesitz, ist aber öffentlich zugänglich. Trotz der Regenfälle der vergangenen Wochen war der Waldweg erstaunlich gut zu begehen, auch störten keine umgekippten Bäume unser vorankommen. Dann öffnete sich der Blick auf ein weites Wiesenland.
Früher, um die Mitte des 19. Jahrhunderts wurde in dieser Region in großem Maße Eisenerz gefördert. Bei einem Schachtversuch „Zur guten Hoffnung“ von 1880 bis 1884 stieß man dort auf ein altes Stollensystem der Kelten. Das Erz war von den Kelten völlig abgebaut, das Bergwerk war nicht rentabel und wurde geschlossen. Die Ruinen von „Zur guten Hoffnung“ sowie die benachbarten Schachteingänge sind noch heute im benachbarten Naturschutzgebiet Korkus zu besuchen.
Weiter ging es in Richtung auf die Halde Atzenau. Hier wird die Zerfallschlacke der Firma Elektrowerk in Weisweiler gelagert. Die Schlacke wird für den Strassenbau genutzt. In diesem Werk werden hochwertige Metalllegierungen in Lichtbogenöfen hergestellt, hauptsächlich für den Flugzeugturbinenbau. Die Firma Elektrowerk ist Weltmarkführer mit nur einem Konkurrenten in Japan.
Nach kurzer Zeit erreichten wir das Forsthaus Bovenberg und das Gut Lamerdriesch. Der Name dieses Gutes leitet sich aus den Wortteilen Driesch für früher beackertes, nun aber brachliegendes, minderwertiges Ackerland mit einer spärlichen Grasnarbe, deshalb als Weide genutzt und dem Wortteil Lamer für den Namen Lambert ab. Dieser geht auf den heiligen Lambertus, Bischof von Maastricht zurück, der hier verehrt wurde. Die Ortsnamen Lamersdorf (Gemeinde Inden) und Lammersdorf in der Gemeinde Simmerath, sind ebenfalls auf den Namen Lambert zurückzuführen.
Immer noch ohne Regen !!, kam bald der Fußballplatz in Sicht und auf einem nun etwas matschigern Waldweg war bald der Parkplatz am Kloster erreicht.
Eingekehrt wurde im Vichter Landhaus.
Wegstrecke: ca. 7 km
Teilnehmer: 21
Wanderführer: Hans-Georg Schramm

 

Fotos: H.Baumsteiger, Zusammenst./Aufber.: K. Heidtmann.