25 Wander*innen trafen sich bei frühlingshaftem Wetter im Januar zur Wanderung im niederländischen Heuvelland mit Start in Wahlwiller, einem kleinen Ort an der Straße Aachen-Maastricht.

Dies ist mein Debut als Wanderführerin und ich war etwas aufgeregt, ob auch alles gut klappt.

 

In Wahlwiller besichtigen wir zuerst die St. Cunibertus-Kirche mit bemerkenswerten Wandgemälden und Kreuzwegstationen des holländischen Malers Aad de Haas. (Nähere Info hierzu am Schluss des Berichts).

Jetzt startet unsere Wanderung. Es ist um die 10 Grad und nur wenige Wolken trüben den blauen Himmel. Wir queren den Senserbach und gleich geht es auf einem Feldweg aufwärts und schon geht es los mit den Aussichten. Am Horizont sehen wir den Aachener Funkturm Mulleklenkes und den Wilhelmina- und Baudouinturm am Dreiländereck Wir laufen weiter über die Hochebene mit weiten Blicken in das Heuvelland. Bald geht es wieder abwärts und wir überqueren die Bahngleise der „Miljoenenlijn“. Den Namen bekam diese historische Dampfbahn, die an Wochenenden zwischen Simpelveld und Valkenburg pendelt, aufgrund der Tatsache, dass der Ausbau seinerzeit 12 Millionen Gulden kostete. Wir kommen nach Overeys, überqueren den Eyserbach. Dann geht es auf einem Feldweg wieder aufwärts. Mit Blick auf das Kasteel Goedenraad machen wir unsere Bananenpause.

Das Kasteel ist ein Gebäude im Stil Ludwigs XVI und stammt aus der 2. Hälfte des 18. Jhdt. Das verfallene Kasteel wurde von 1971-78 restauriert und gehört heute der Limburger Landschaftsstiftung. Es ist verpachtet und wird als Bauernhof betrieben. Das Landgut ist nicht öffentlich zugänglich. Seinerzeit wurde um das Kasteel ein Park im englischen Stil angelegt. Davon kann man noch heute profitieren.

Wir laufen ein Stück durch den kleinen Wald, der zu den ältesten Südlimburgs gehört. Einige Bäume sind mehr als 200 Jahre alt. Danach geht es auf einem breiten Graspfad mit Fernsicht weiter.

Nach einiger Zeit kommen wir nach Eyserheide. Hier geht es vorbei an einem Wein­anbaugebiet (Domaine Salamander) und einer großen Mariengedenkstätte. In Eyserheide fallen uns mehrere gepflegte und liebevoll dekorierte Häuser auf. Auf einem Wiesen­weg geht es abwärts. Nach einiger Zeit überqueren wir den Eyserbosweg, einer der anstrengendsten Anstiege beim Amstel Gold Race, einem bedeutenden Radrennen, das jedes Jahr im Frühling stattfindet.

Wieder geht es durch einen kleinen Wald und hier am Waldrand, natürlich wieder mit tollem Blick in das Heuvelland und von der Sonne beschienen, machen wir unsere Mittagspause. Es gibt zwar nur eine Bank, aber auf den trockenen Baumstämmen kann man auch gut sitzen.

Jetzt folgt eine gefährliche Passage abwärts mit Stufen. Der Matsch, auf dem es bei meinen Vortouren sehr rutschig war, ist getrocknet. Wir erreichen den Weiler Piepert. Auf Wiesenwegen überqueren wir zweimal auf Holzbrücken den Eyserbach, erreichen dann einen Asphaltweg und queren ein Golfplatzgelände für Jedermann. Dies gehört zum Anwesen Eyserhof, einem Bauernhof mit Restaurant und Ferienwohnungen.

Unser Weiterweg verläuft parallel zu den Bahngleisen der „Miljoenenlijn“, dann geht es nochmal heftig aufwärts, rückwärts blicken wir auf das Dorf Eys, wandern auf einem schmalen Pfad zwischen Weißdornhecken und weiter zwischen Feldern wieder abwärts, vorbei an einem größeren Weinanbaugebiet „Wittemer Wijngarden“. Das letzte Stück geht am Senserbach entlang durch einige Drehkreuze zurück zum Parkplatz in Wahlwiller.

Einkehr nach der Wanderung war in Mechelen im Restaurant De Oude Brouwerij.

Hier wurden wir schnell und sehr freundlich bedient, ob Limburgse Vlaai met Koffie oder Friet met Mosterd oder Majonnaise und Bier.

 

Cunibertus-Kirche in Wahlwiller

Ursprünglich aus dem 13. Jhdt. war die Kirche eine Hallenkirche, deren Überreste noch vorhanden sind. Die erste größere Renovierung fand 1643 statt. Die letzte Erweiterung wurde 1938 realisiert, dabei wurden zwei Seitenquerschiffe hinzugefügt.

Sehr bekannt ist die Kirche durch die Malerei von Aad de Haas (1920-1972).

Der junge, sehr begabte Rotterdamer Maler hatte sich 1944 in Süd-Limburg niedergelassen. Er malte in der Kirche von 1946 bis 1949 bemerkenswerte Wandgemälde und Kreuzweg­stationen. Es entstand ein Kampf mit dem Vatikan um die expressionistische Malerei und am Karfreitag 1949 mussten die Kreuzwegstationen aus der Kirche entfernt werden. Aad de Haas trug sie selbst aus der Kirche.

Durch eine umfassende Restaurierung in den Jahren 1979-80 wurden Kirche und Gemälde vor dem Zusammenbruch bewahrt. 1981 kehrten die Kreuz­wegstationen zurück in den Andachtsraum.

Die Gemälde gelten heute als einer der Höhepunkte der nieder­ländischen Malkunst des 20. Jhdt.

 

Fotos: H.Baumsteiger, B.Klinkenberg.  Streckenaufz. : F. Junk. Zusammenst./Aufber.: K. Heidtmann