Am 6. November trafen sich 23 Wanderer zu einer Tour in das NSG Paustenbacher Venn.
Leichter Nieselregen begleitete uns auf der knapp 8 km langen Wanderung.

 

Start war in Simmerath am Kranzbruch. Wir passierten Teile des Westwalls und konnten im Kranzbrucher Venn sehr schön das Ergebnis der Tätigkeit der Biber betrachten, die es durch Aufstauen von Kall und Kranzbach geschafft haben, neue Lebensräume zu gestalten.

Weiter ging es auf dem Hexenpfad zum Hexenplatz. Der Sage nach trafen sich hier die Hexen aus den umliegenden Dörfern zum Tanz. Das Kreuz an diesem Platz soll als „Gegenzauber“ errichtet worden sein.
Am Hexenplatz kreuzten sich früher mehrere alte Wege, die von Konzen nach Bickerath und Simmerath und von Eicherscheid ins Venn führten, und auf denen die Ernte aus dem Venn (z. B. Torf, Heu, Lehm, Holz) in die Dörfer transportiert wurde.

Wir überquerten die Kall und spazierten in das NSG Paustenbacher Venn.

Der größte Teil des Paustenbacher Venns wurde im Zuge des Baus der Vennbahn systematisch drainiert und dient heute v.a. als Weideland.
Aber der schmale Streifen zwischen Vennbahntrasse und dem anschließenden Feldweg ist heute von ganz besonderer Bedeutung: auf diesem ca. 2 ha großen Teilstück wurden seit Anfang der 90er Jahre systematisch Renaturierungsmaßnahmen durchgeführt. Neben der Abtragung des Oberbodens wurde auch eine Wiedervernässung eingeleitet.

Heute findet man in diesem Teil des Naturschutzgebietes Relikte der ursprünglichen Vennvegetation: Moorheide-Flora mit Glockenheide, Moorlilien, englischem Ginster und Torfmoosen. Mehr als 20 Moosarten, die auf der roten Liste stehen, wachsen im NSG Paustenbacher Venn.
Auch die Tierwelt hat von den Renaturierungsmaßnahmen und dem Entstehen mehrerer Moortümpel profitiert: stark gefährdete „typische Moorbewohner“ wie die kleine Moosjungfer, die Torf-Mosaikjungfer, verschiedene Grashüpfer-Arten, der Grasfrosch, Bläulinge und die Beissschrecke kommen hier vor.
Die Beweidung mit Schafen und Ziegen verhindert die Verbuschung.
Das NSG Paustenbacher Venn wird durch die Biologische Station Aachen betreut.

Wir durquerten das Venn auf einem ca. 100 m langen Holzsteg, der im Zuge der Wiedervernässung errichtet wurde. Der Nieselregen machte den Steg an manchen Stellen etwas rutschig, so dass umsichtiges Gehen angesagt war.

Über „Auf den Kempen“, Venngasse und Kalferscheider Gasse mit schönem alten Buchenbestand spazierten wir zum Ausgangspunkt zurück.

Einkehr danach war im Brunnenhof in Roetgen.

Wf. Petra Janetzko

 

Fotos: H.Baumsteiger, K. Heidtmann. Zusammenst./Aufbereit./ Streckenaufz.: K. Heidtmann