Wilde Ardennen ja, aber nach dem häufigen Regen der letzten Tage besser auf einer alternativen als der im Heft angegebenen Route. Als Ausgangspunkt diente die alte Auberge de la Fagne an der N68 zwischen Mont Rigi und Malmedy. Die 27 Wanderer mussten zunächst ein paar Meter entlang der Landstraße laufen, bis der Abzweig in den Wald erfolgte. Immer wieder die Richtung wechselnd, liefen wir an blühenden Wiesen oder dunklen Schonungen entlang, manchmal auch auf sehr schmalen, fast zugewachsenen Pfaden durch den noch feuchten Wald.

Vorwanderungen im Winter haben da ihre Vorteile – da ist der Weg sogar erkennbar. Nach der Überquerung eines kleinen Baches begann das Fraineu Venn, auf den neu angelegten Stegen ließ es sich gut gehen, so dass der Blick in die Ferne schweifen konnte. Viele, auch dunkle Wolken waren zu sehen, aber mehr als ein paar einzelne Tropfen kamen den gesamten Tag über nicht heraus.
Danach verläuft der Weg eigentlich entlang einer Feuerschneise, aus leidlicher Erfahrung ist diese aber ganzjährig sehr morastig. Also ging es über Stock, Stein, zahlreiche Pfützen bzw. Wasserläufe durch den angrenzenden Wald. Am Ende steiler bergauf – als Belohnung wurde oben die Bananenpause eingelegt - bis uns plötzlich Heerscharen winzig kleiner Insekten wieder vertrieben.
Rechts, links, geradeaus – schon hatten wir die berühmten, ca. 250 Jahre alten 6 Buchen (Six Hêtres), eine wichtige Landmarke in der vergangenen Zeit erreicht - als noch Eisenfuhren aus der Eifel ins Lütticher Land zogen und sich die Hirten der Region dort unter den Buchen trafen. Leider ist der Zustand der Bäume inzwischen extrem schlecht, zwei scheinen total abgestorben. Früher war diese Buchengruppe vom offenem Fagne de Tirifaye umgeben, heute von monotonem Fichtenwald – mal sehen, wer bzw. was zukünftig auf der Kahlschlagfläche wachsen darf.
Wir umrundeten den Kahlschlag, liefen weiter geradeaus, wobei einige der seltenen Siebensterne entdeckt wurden, später wieder bergauf. Oben angekommen, entdeckten wir zwei Steine – den Croix Delvoie und den Bismarckstein Nr. 147, charakteristisch mit seinem achteckigen Grundriss, die Grenze zwischen Belgien und Preußen markierend. Kurz darauf überquerten wir die Straße und liefen parallel, aber auf sehr schmalen Pfaden vorwärts. Irgendwann ging es steiler bergab, und schon hatten wir eine schöne Stelle zur Mittagspause erreicht.
Anschließend ging es zur schönsten Etappe – längere Zeit über Stock und Stein an einem murmelnden Bach entlang, danach über morsche Stege, links und rechts leuchtende Birken im Blick, später noch an der Fredericq-Eiche vorbei. Kurzzeitig hatte sich die Gruppe stark verkleinert – weil Einige einen Abstecher zum Monument Fredericq eingelegt hatten.
Weiter bergauf, bis wir den Trôs Marets Bach erreichten, ihm eine Weile folgend, dann über eine abenteuerliche Brücke Richtung Mont und zurück zum Parkplatz.
Fazit: 15 km Abenteuer pur bei bestem Wanderwetter - Zeit zur Einkehr in Baraque Michel.
Diana Hofmann

 

Fotos: H.Baumsteiger, D. Hofmann, B.Klinkenberg.  Streckenaufz. : F. Junk.

Zusammenstellung/Aufbereitung: K. Heidtmann