Bei angenehmen Temperaturen starteten 23 Wanderer/-innen am Parkplatz des Soldatenfriedhofs zu einer Tour rund um Hürtgen.
Der Soldatenfriedhof wurde 1950 vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge nach Plänen des Gartenarchitekten Carl Ludwig Schreiber aus Aachen errichtet. Auf den Gräbern wurden die sogenannten „Kameradenkreuze“ errichtet. Hierbei handelt es sich um Doppelkreuze. Die Reihen der Gräber richten sich alle auf das Hochkreuz aus.

Auf der Kriegsgräberstätte Hürtgen sind 2997 Tote begraben, wovon 524 nicht identifiziert werden konnten.
Weiter ging es in den Wald von Lohscheid, dann am Waldrand mit weiten Blicken über leicht hügeliges Wiesengelände vorbei am Brandenburger Tor. Bald mussten wir die bequeme Forstpiste verlassen und auf einem etwas beschwerlichen Waldweg zum Hürtgenbach absteigen. Auf der anderen Seite des Baches ging es dann leicht ansteigend oberhalb des Bachtals weiter und wir erreichten ein großräumiges Bibergebiet.
Als Vegetarier fressen sie die schmackhaften jungen Zweige und Knospen oben aus den Baumkronen, im Winter auch die Rinde. Sie bevorzugen Weichhölzer wie Weiden und Pappeln. Diese schnell wachsenden Arten treiben nach kurzer Zeit wieder aus und auf den freien Flächen können sich wieder licht- und wärmeliebende Tier- und Pflanzenarten ansiedeln.
Hier hatten sich die Tiere aber auch schon an drei Buchen gütlich getan. Beim fällen der Bäume sitzt der Biber auf den Hinterbeinen und benagt die Bäume quer zum Stamm. Mit den oberen Schneidezähnen haken sie in die Rinde und mit den unteren wird geraspelt. So entstehen zwei parallele, knapp 10 mm breite Rillen, rund um den ganzen Stamm – die typische „Sanduhr-Form“.
Etwas weiter, an einem Steinkreuz und einer Bank, wurde dann die wohlverdiente Pause gemacht.
Danach wanderten wir in Richtung auf den Ortskern, mit Blick auf den Kirchturm, weiter. Der Weg führte durch Wiesengelände mit weiten Ausblicken bis zum Horizont.
Der Ortsname Hürtgen stammt vom mittelalterlichen Wort „hurt“ = Umgebung ab. Nach der Sage soll hier eine umhegte Jagdhütte Karls des Großen gestanden haben. Bodenfunde weisen auf eine erste Besiedlung zwischen 3000 und 1800 vor Christus hin.
Eine erste Kapelle ist für 1684 nachweisbar.
In den Schlachten des Zweiten Weltkriegs wurde der Ort dem Erdboden gleichgemacht. Die jetzige Kirche entstand 1949, der aus Bruchsteinen gemauerte Kirchturm kam 1966 hinzu.
Auf der anderen Ortsseite ging es dann weiter, vorbei an Wiesen mit blühenden Blumen und Heilkräutern bis zum Steinbach. Dieser wurde gequert und nach kurzer Zeit die Freizeitanlage Steinbach, mit Spielgeräten für Kinder und auf der anderen Straßenseite unser Parkplatz erreicht.
Einkehr war im Bosselbacher Hof, wo wir eine schöne und abwechslungsreiche Wanderung ausklingen ließen.
Wanderführer: Hans-Georg Schramm
Streckenlänge: 7,5 km

 

 

Fotos: H.Baumsteiger, K. Heidtmann, K. Hoepfner.  Streckenaufz. : F. Junk.

Zusammenstellung/Aufbereitung/Streckenaufz.: K. Heidtmann

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