31 Wanderfreunde starteten am Sonntag mit einer Tour von Rurberg durch das Weiden- und Wolfsbachtal nach Woffelsbach und entlang des Rurseeufers wieder zurück nach Rurberg in die diesjährige „Sommerzeit“. In Anbetracht der um eine Stunde verkürzten Nacht begann die Wanderung erst um 11 Uhr.


Aufgrund der zahlreichen Autos wurde der Parkplatz am Feuerwehrhaus in Rurberg knapp, so dass einige auch am Friedhof abgestellt wurden. Nachdem sich alle wieder gesammelt hatten, starteten wir unsere Runde in Sichtweite der Kirche. Im Zuge der Neuordnung des Bistums Aachen wurde im Jahre 1804 aus der Kapellengemeinde St. Barbara in Rurberg eine selbstständige Pfarre. Die Kirche wurde nach dem Krieg neu erbaut, nachdem das Gotteshaus von 1701 am 4. Februar 1945 bei der Explosion eines Munitionsdepots in der Nachbarschaft zerstört worden war. Leider konnten wir nicht, wie geplant, den kompletten Weg durch das Weidenbachtal nehmen, weil der Bach wegen Hochwasser nicht überquert werden konnte. Stattdessen folgten wir zunächst einem anderen Weg, der uns, schon auf der anderen Bachseite, an der Weidenbacher Mühle und der Weidenbacher Kapelle vorbeiführte. Die idyllisch gelegene Mühle stammt einer Inschrift zufolge aus dem Jahr 1807. Sie wurde von einem Wasserrad angetrieben und mahlte bis in die 1950er-Jahre hauptsächlich Roggen und Hafer. 1960 ging die vom Verfall bedrohte Mühle in Privatbesitz über und wurde aufwändig restauriert. Nach stetigem Aufstieg, in dessen Verlauf wir wieder auf unseren ursprünglich vorgesehen Weg stießen, legten wir am höchsten Punkt der Wanderung (455 m) eine kurze Pause ein, um uns zu stärken und die Aussicht auf den See und den Nationalpark Eifel zu genießen. Leider war es etwas diesig, aber insgesamt war das Wetter zum Wandern sehr angenehm und auch der für den Nachmittag angekündigte Regen blieb glücklicherweise aus.
Nach weiterem Auf und Ab, teilweise entlang des für Woffelsbach namengebenden Wolfsbachs, erreichten wir den sehr touristisch geprägten Ferienort, in dem aber zurzeit noch paradiesische Ruhe herrschte. In Woffelsbach haben rund 500 Menschen ihren ersten Wohnsitz, genauso viele Zweitwohnungen sind gemeldet und im Sommer kommen noch die vielen Gäste aus Ferienwohnungen und Hotels sowie von den Campingplätzen hinzu. In der kleinen Parkanlage an der 1911 errichteten Wendelinuskapelle legten wir die nächste Pause ein. Wir passierten den Brunnen, mit dem die Woffelsbacher 1954 ihrem Wappentier gegenüber der Kapelle mit einem Brunnen ein steinernes Denkmal 1954 setzten und erreichten den urigen Uferweg um die Weidenbacher Bucht herum, über den wir zurück in Richtung Rurberg gingen. Über die Anhöhe des Weidenhövel erreichten wir wieder unsere Fahrzeuge. Die noch erhaltenen Streuobstwiesen auf dem Weidenhövel zeugen von einer langen Tradition: Bis zu Beginn des 2. Weltkrieges war Rurberg – wie auch Woffelsbach und Einruhr – bekannt für sein Obst und belieferte viele Dörfer der Umgebung. Der Straßenname Wingertsberg lässt darauf schließen, dass sogar Wein angebaut wurde. Mit dem Bau der Rurtalsperre im Jahr 1939 versanken dann die weit über den Talboden verstreuten Höfe und Wiesen in den Fluten.
Nach der mit ca. neun Kilometern zwar kurzen, aber knackigen Wanderung war die Einkehr zu Kaffee und Kuchen im Brunnenhof wohlverdient. 
Helga Giesen

Fotos: H.Baumsteiger, K. Heidtmann, D. Hofmann.  Streckenaufz.,Zusammenstellung/Aufbereitung: K. Heidtmann