Durch das herbstliche Brackvenn bei Mützenich

Bei strahlendem Sonnenschein und milden Herbsttemperaturen begaben sich 30 Wanderer vom Grenzweg-Parkplatz hinter dem ehemaligen Zoll in Mützenich ins Brackvenn. Zunächst war Aufmerksamkeit gefragt, denn der Weg verlief über Holzstege und schmale Pfade, teilweise neu angelegt, weil ortsfremde Grauerlen abgeholzt und zerschreddert wurden.

Dadurch entstand ein
völlig neues, offenes Biotop, das in diesem Frühjahr erstmals durch Kiebitze für einige Zeit aufgesucht wurde. Nach einer Gabelung entdeckten aufmerksame Wanderer eine Kreuzotter auf dem Holzsteg. Glockenheide, Sumpfblutauge, Lungenenzian und Beinbrech konnten, natürlich z.T. verblüht, noch entdeckt werden. Am Entenpfuhl waren an einer Birke ganz frische Biberspuren zu finden.Über
Teerweg erreichte man die Eupener Straße, die überquert wurde. An einem großen Pingo (die Wissenschaftler sprechen heute von Lithalsen) war auf Infotafeln die Entstehung solcher Tümpel erklärt. Es handelt sich dabei um ehemalige Eislinsen im Boden, die zum Ende der letzten Eiszeit und der damit verbundenen Klimaerwärmung in sich zusammenfielen und als Tümpel mit einer etwas erhöhten
Umrandung heute Lebensraum für Torfmoos, Wollgras und Sonnentau darstellen. Nun führte der Weg durch offenes Gelände mit einer noch gut sichtbaren Torfabbaukante. Letzte interessante Ansicht bot die 2010 aufgestaute große Wasserfläche, die eine Rückkehr der durch das Pfeifengras bedrohten ursprünglichen Moorvegetation ermöglichen soll. Die Torfdicke beträgt an manchen Stellen bis zu 10m Tiefe. Über einen bequemen Forstweg gelangte man nach ca. 7,5 km wieder zum Parkplatz.
Abschließend nahm die Wandergruppe im Dorfmuseum der "Uraalt Scholl" noch Kaffee und leckeren, von den Frauen des Heimatvereins Mützenich noch kurzfristig gebackenen Kuchen zu sich. Auf diesem Wege auch ein herzliches Dankeschön an den Organisator Günter Völl und die "Kuchenbäckerinnen". Interessierte hatten noch Gelegenheit, sich das liebevoll mit vielen alten Erinnerungsstücken ausgestattete Dorfmuseum anzuschauen.

Rolf Berger

 

Fotos: H. Baumsteiger, R. Berger. Zusammenstellung: K. Heidtmann