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Die etwas andere Mittwochswanderung.
Wer kennt Kornelimünster nicht. Das historische Stadtbild mit seinen vielen denkmalgeschützten Häusern gehört zu den historisch bedeutendsten Ortsbildern des Rheinlandes. Aber zur wechselvollen Geschichte, den unzähligen Sehenswürdigkeiten und den überaus wertvollen Kulturschätzen weiß man in der Regel nur wenig.


Mit Alois Buller, dem Vorsitzenden der Ortsgruppe Kornelimünster im Heimat- und Eifelverein, konnten wir einen profunden Kenner seiner Heimatstadt gewinnen.
Mit vielen Fakten, Bildern und amüsanten Anekdoten wurde die Führung sehr lebendig und interessant. So hätte ich mir rückblickend meinen Geschichtsunterricht gewünscht.
Kornelimünster war schon zur Zeit der Kelten besiedelt. Später kamen die Römer und gründeten Varnenum, hier trafen sich auch zwei wichtige Heerstraßen.
Die Abtei Kornelimünster wurde um 814 von Benedikt von Aniane und Ludwig dem Frommen gegründet und war zunächst als Inda bekannt.
Kaiser Ludwig der Fromme hatte Benedikt von Aniane drei Reliquien geschenkt: das Schürztuch, ein Grabtuch und das Schweißtuch. Im Jahre 875 wurde das Grabtuch allerdings geteilt, weil Karl der Kahle eine Hälfte des Grabtuches für die Gründung eines Klosters in Compiègne benötigte. Als Ausgleich erhielt das Kloster die Schädelreliquie des Heiligen Papstes Cornelius sowie die des Heiligen Cyprianus.
Diese Reliquienschätze führten schließlich dazu, dass Kornelimünster seit dem 14. Jahrhundert Ziel einer besonderen Wallfahrt wurde, der sog. Heiligtumsfahrt Kornelimünster, die im Mittelalter gemeinsam mit der Heiligtumsfahrt nach Aachen so bedeutend wie die Wallfahrten nach Rom, Jerusalem oder Santiago de Compostela war.
Die Propsteikirche St. Kornelius ist dem heiligen Kornelius gewidmet, der 251 bis 253 Papst war. Nach deren Säkularisation in der napoleonischen Zeit wurde sie Pfarrkirche der Pfarrgemeinde Kornelimünster. Zudem ist sie Wallfahrtskirche und Ziel einer alle sieben Jahre stattfindenden Heiligtumsfahrt.
Der Ausklang dieser Kulturwanderung fand in der Krypta der Pfarrkirche statt, mit einem gemeinsamen Gotteslob, dem Lied „Großer Gott wir loben dich“.
Vielen Dank Alois für diese lebendige und unterhaltsame Führung die bei den Teilnehmern sicher noch lange nachwirken wird.
27 Wanderer haben an der Führung teilgenommen.

Hans-Georg Schramm

 

Fotos: H. Baumsteiger, Zusammenstellung: K. Heidtmann

 

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