Am Sonntag, den 23.07. geht es mit 18 Wanderern zur Abwechslung nordwärts auf’s platte Land - in den Birgelener Urwald.

Vom Parkplatz oberhalb der NABU-Station laufen wir vorbei an Haus Wildenrath über ein Wiesengelände mit zahlreichen wettergeschützten Insektenhotels - eher veritablen Bettenburgen als kleinen Familienpensionen.
Der Weg teilt sich, der Pfad wird schmaler und schlängelt sich bergab in den Wald. Trotz wolkenverhangenem Himmel ist die Stimmung gut – durch den lichten Buchenwald über weichen Boden wandert es sich herrlich. Nach einer reichlichen Stunde erreichen wir unser erstes Ziel, die Kapelle "Birgelener Pützchen". Aufgrund der diesmal etwas weiteren Anfahrt kombinieren wir Bananen- und Mittagspause auf den zahlreichen Bänken vor der Kapelle.
Es handelt sich beim Pützchen (=Quelle) um eine uralte Gebets- und Marienwallfahrtsstätte. Hier soll schon im 7. Jahrhundert der Heilige Lambertus die Gläubigen getauft haben. Bekannt auch unter dem Namen Willibrodis- (oder Willibrordus) Quelle (Legenden zufolge entsprang die Quelle, nachdem er seinen Bischofsstabes in die Erde gebohrt hat), soll sie heilbringendes Wasser (Siliziumdioxid-haltig) hervorbringen und Augenleiden lindern. Diese zugeschriebenen Kräfte haben das Birgelener Pützchen im Laufe der Jahrhunderte zu einer viel besuchten Wallfahrtsstätte werden lassen. Die erste schriftlich dokumentierte Pilgerfahrt ist auf das Jahr 1718 datiert, das erste steinerne Gebetshäuschen im Jahre 1795 erbaut. Im 19. Jahrhundert entstand eine kleine Kapelle, die heute noch den Eingangsbereich der Marienkapelle ausmacht. 1933 erfolgte dann der Anbau des Oktogons, des achteckigen Altarraumes der Marienkapelle. Das Heilwasser der Willibrodisquelle wird heute mit Hilfe einer Pumpe rechts neben der Kapelle zutage gefördert.
Gut gestärkt geht es zunächst entlang der Kreuzigungsstationen weiter bergab. Der Weg führt vorbei am Friedhof – wir werfen einen Blick auf die (geschlossene) Kapelle, die auf den Fundamenten der vom Hl. Willibrordus um das Jahr 705 errichteten Bergkirche steht.
Danach führt der Weg recht steil auf einen Damm hinauf – wir befinden uns auf den Resten des Westwalls. 1938 angelegt, nach der Evakuierung der Bevölkerung 1944 durch Zwangsarbeiter weiter ausgebaut und in den 50-zigern weitestgehend beseitigt, erinnert heute nur noch die ungewöhnliche Topographie an die Historie.
Urwüchsige Misch- und Buchenwälder wechseln sich ab. Wir laufen ein kurzes Stück über offene Felder, bevor wir zeitweise dem ehemaligen Bahndamm der Strecke Jülich-Dahlheim-Mönchengladbach folgen. Rufe nach einer zweiten Pause werden laut, die wir wie geplant an einer Schutzhütte einlegen.
Das letzte Drittel der Strecke bildet den optischen Höhepunkt - gerade noch folgt der Wanderweg einem schmalen Hohlweg, führt er nun auf typischen Stegen durch das Bruchgebiet, umrahmt von hohen Gräsern und windgeformten Kiefern. Wir laufen weiter auf naturbelassenen Pfaden und überqueren im Schaagbachtal zahlreiche Brücken. Wie schon mehrfach zuvor werden die Wege und Pfade von fast mannshohen Farnen eingerahmt, als sich der Himmel verdunkelt und - schon in Sichtweite auf Haus Wildenrath - urplötzlich seine Schleusen öffnet. Im Eilmarsch geht es zum Parkplatz zurück.
Die Eisdiele in Wassenberg ist leider noch überfüllter als am Tag zuvor, so dass wir die Alternative – den Garten des Landhaus Brender am Roßtor, ansteuern. Inzwischen, wer hätte das noch vor ein paar Minuten gedacht, sind die Wolken aufgerissen und zeigen sogar blauen Himmel. Wahlweise in der kühlen Laube oder am Tisch in der Sonne genießen wir Apfelstrudel & Kaffee oder herzhafte Kleinigkeiten.
Diana Hofmann

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