Als Einstimmung auf die Exkursion unternahmen 22 Interessierte bei strahlend schönem Wetter zunächst eine kurze Wanderung. Von der Vichter Kirche ausgehend folgten wir Hubert auf den Lehmjöres-Weg.

Woher der Name kommt, ist leider nicht zweifelsfrei geklärt - die Vichter wurden halt von jeher als Lehmjörese bezeichnet. Ein paar Schritte aufwärts durch den Wald, kamen wir bald auf einem Magerrasen-Plateau mit toller Fernsicht an. Nach der obligatorischen Bananenpause gingen wir ein Stück weiter, erfreuten uns an den krummen Kiefern - für Galmeiveilchen, Grasnelke und verschiedene Orchideenarten ist es natürlich noch zu zeitig im Jahr – fanden dafür aber unverhofft voll erblühten Seidelbast. In diesem Gebiet haben die Vichter Vorfahren Zinkerze abgebaut, die im Tal verhüttet wurden. In einem weiten Bogen kehrten wir zu den Fahrzeugen zurück und steuerten die Hauptattraktion des Tages – die Bleihütte Binsfeldhammer in Stolberg an, die größte Hütte Europas, die Blei aus Erz gewinnt (statt Recycling), eine sogenannte Primärhütte.

Stolberg ist berühmt für seine vielen historischen Kupferhöfe (dabei handelt es sich strenggenommen um Messing - auch Gelbkupfer genannt, erzeugt aus einheimischen Galmei- und importierten Kupfererzen). Die Bleihütte wurde im Jahr 1846 von Franzosen anstelle des Kupferhofs Binsfeldhammer errichtet. Seit 1961 findet als Handelszeichen der Schriftzug „Stolberg“ Verwendung, nach der Übernahme durch die Berzelius Metallhüttengesellschaft Duisburg (1970) trägt die Bleihütte den Namen Berzelius-Hütte, seit 1996 gehört sie zur amerikanischen Eco-Bat Technologies.

Durch Einführung des QSL-Prozesses, der bis heute als Spitzentechnologie in der Bleiproduktion gilt, ist sie gleichzeitig die Modernste der Welt.

Das bei BBH produzierte hochreine, börsennotierte Qualitätsblei trägt das Gütesiegel STOLBERG - geprüfte Reinheit auf Verunreinigungen von 0,01 Prozent. Über 100 verschiedene, exakt definierte Spezifikationen für Bleilegierungen unterstreichen den führenden Produzentenstatus ebenso wie die chemisch reine Schwefelsäure, die prozessbedingt anfällt und nach aufwändiger Reinigung ebenfalls auf den Markt gelangt.

Die Anlage produziert jährlich ca. 155.000 Tonnen Blei (>70% gehen in die Produktion von Autobatterien) und mehr als 100 verschiedene Spezifikationen von Bleilegierungen. Das Spektrum umfasst außerdem 500 Tonnen Güldischsilber, das bei der Abtrennung der Edelmetalle vom Blei entsteht und 99,6 Prozent Silber sowie Gold- und Platinanteile enthält. Abgerundet wird das Produktprogramm der Hütte durch Kupfer-Bleistein und BERZELIT®-Schlacke (Verwendung im Straßenbau).

Im Vortrag über die Hütte bei Kaffee, Wasser und wahlweise belegten Brötchen oder Suppe erfuhren wir zunächst Einiges über den aufwändigen Antransport (hauptsächlich aus Australien, Schweden, England und Südamerika) des Rohmaterials, über die verbesserte Lagerung des Materials in einer eigens dafür gebauten Halle in den Ausmaßen der Schalke-Arena (kaum zu glauben in dem engen Vicht-Tal), die verschiedenen Abschnitte des Kernprozesses und die anschließende Raffinationen des Rohmaterials (pro Kessel nur Entfernung eines störenden Begleitelementes durch die Zugabe von geeigneten Zuschlagstoffen), das Gießen der Barren sowie die Abgasreinigung.

Danach ging es los - wir nahmen die bereitgestellten Arbeitsschutzausrüstungen in Empfang und zogen die roten Kittel, Schutzbrillen und Atemmasken an. Stationen unserer Exkursion waren LKW-Waage und -waschanlage, Einsicht in die Messwarte mit Überwachungsmonitoren und Computern, in die Abkühlhalle, die Raffinerie mit ihren riesigen Kesseln und einer alles überspannenden Krananlage sowie die Gießanlage. Wir hatten Glück – ein LKW wurde gerade beladen und wir konnten uns davon überzeugen, dass 40t Blei-Transport noch viel Luft im Auflieger bedeutet.

Wieder zurück bestand die Möglichkeit, weitere Fragen zu stellen, was auch reichlich genutzt wurde, hauptsächlich zum Arbeits- und Umweltschutz.

Die Einkehr bei Kaffee, Torte & Strudel oder Kornelimünsterer Abteibieren fand im reservierten Vichter Landhaus statt.

 

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