Unser Startpunkt lag in der Nähe des Segelfluggeländes im Mausbacher Ortsteil Diepenlinchen. Von hier aus führte unsere Wanderung durch ein idyllisches Naturschutzgebiet, dessen Entstehung eng mit dem historischen Galmeibergbau verbunden ist.
Die Ausbeutung der Galmeivorkommen begann zur Zeit der Stolberger Kupfermeister und erreichte ab dem Ende des 16. Jahrhunderts ihren Höhepunkt. Als die Vorkommen gegen Ende des 19. Jahrhunderts erschöpft waren, wurde der Bergbau eingestellt. Eine Renaturierung fand nicht statt. Heute stehen große Teile des Gebietes als Fauna-Flora-Habitat (FFH-Gebiet) unter europäischem Schutz.
Wir starteten auf dem montanhistorischen Rundweg Nr. 3 und passierten einige Relikte des ehemaligen Erzbergbaus. Die Erzgrube Diepenlinchen war früher die größte und ertragreichste Grube im heutigen Stadtgebiet von Stolberg. Anschließend folgten wir dem Napoleonsweg, vorbei am Gut Niederhof und dem Burgholzer Hof, bis wir schließlich die Finkenbergkirche mit dem benachbarten Kupfermeisterfriedhof erreichten.
Die Wanderung bot unterwegs viel Abwechslung. Gut begehbare Waldwege wechselten sich mit schmalen Wurzel- und Trampelpfaden sowie stellenweise fast zugewachsenen Waldwegen ab. Immer wieder waren einige Höhenmeter zu meistern, bevor wir schließlich den Steinbruch Binsfeldhammer erreichten. Nach der Stilllegung des Steinbruchs wurde bewusst auf eine Renaturierung verzichtet, sodass sich die Natur weitgehend ungestört entwickeln konnte.
Auf dem letzten Abschnitt unserer Wanderung legten wir noch einen Halt an der R.A.D.-Gedenktafel ein. Sie erinnert an das ehemalige Reichsarbeitsdienst- und Wehrertüchtigungslager sowie an das Übergangslager für Judentransporte während der Zeit des Nationalsozialismus und mahnt, die Erinnerung an diese dunkle Epoche der Geschichte wachzuhalten.
WF Irene Steven
Fotos: H.-J. Offermanns, I. Steven
Zusammenst./Aufber.: I. Steven