2025-09-14 Rund um das Chateau de Franchimont bei Theux

10 Wanderfreunde trafen sich in Theux am Institut St. Roch nahe der Hoegne. Unser Weg führte ein kurzes Stück entlang der Straße von Theux nach Spa bis zur Brücke über den Wayai, ein Nebenflüsschen der Hoegne. Ab dem Bahnhof Franchimont ging es dann parallel zur Bahnstrecke Verviers-Spa in den Ortsteil Spixhe.

Eine Tafel informiert über den japanischen Knöterich, eine invasive Art, die hier an den Ufern massenhaft auftritt. Theux gilt in der Wallonie als Hauptstadt der Flußkrebse, worauf eine Skulptur am Ufer des Wayai hinweist. Ein Bio-Gemüseanbaubetrieb zum Selberernten wurde passiert, während man rückblickend auf die Burgruine von Franchimont blickte. Nach einer Stunde erreichten wir im Hang entlang des Flüsschens den Weiler von Aux Digues, wo die erste Pause eingelegt wurde. Nun ging es auf schattigem Waldweg im Tal des Chawion-Bachs Richtung Osten. Diverse Naturschutzgebiete begleiteten uns auf dem Weg durch lichte Eichenwälder mit alten Bäumen. Nach dem Wechsel über eine Brücke auf das andere Ufer ging es weiter auf bequemem breitem Forstweg, der sich später zu einem Waldpfad verjüngte. Dieser wand sich einen steilen, längeren Hang hinauf zur Chene de la Vierge, einer gewaltigen alten Eiche, die als Naturdenkmal eingestuft ist. Nun konnten die Wanderer die verdiente Mittagspause genießen.
Anschließend führte der Weg fast eben am Kamm entlang und vorbei an einer Hütte mit einer gewaltigen Sequoia, einem Riesen-Mammutbaum, der aus Nordamerika stammt und bis zu 4000 Jahre alt werden kann. Die Stelle erinnert an den Förster Michel Counotte, der hier ein kleines Arboretum anlegen ließ. Bei einer weiteren alten Eiche, der Chene de Poleuhé, begann der mitunter steile und stellenweise sehr steinige Abstieg. Das lose Geröll erforderte Trittsicherheit und volle Konzentration der Wanderer. Endlich wurde die nach Polleur führende Straße überquert. Ein Teersträßlein führte an einzelnen Häusern zur Hoegne, die erneut überquert wurde. Über einen Anstieg zum Weiler Sasserotte zweigte am Ortsanfang ein verwunschener Pfad ab, der später über eine Wiese in ein Maisfeld überging. Durch mannshohe Maispflanzen kamen wir wieder in ein schönes Waldstück. Nach erneutem Anstieg standen wir plötzlich vor der sehenswerten, riesigen Burgruine von Franchimont, einem bedeutenden Kulturdenkmal der Wallonie. Die Burg diente seinerzeit den Lütticher Fürstbischöfen zur Verteidigung der Ostgrenze ihres Territoriums. Burg und dazugehöriges Museum können besichtigt werden. Bei der Umrundung der Anlage blickte man auf die gewaltige hohe Mauer und diverse Untertunnelungen. Auf schmalem Pfädchen war dann schnell der Abstieg zum Parkplatz geschafft. Anschließend erkundeten die Wanderer noch den alten Ortskern von Theux mit hübschen Bürgerhäusern, dem Rathaus und der Kirche St. Hermès-et-Alexandre, die aufgrund ihrer starken Befestigung (u.a. Schießscharten) in unruhigen Zeiten als Zufluchtsstätte diente. Es soll sich um die einzige romanische dreischiffige Hallenkirche zwischen Rhein und Loire handeln. Bemerkenswert sind die Kassetten-Holzdecken, die bemalten Kassetten an der Decke im Chorraum, das romanische Weihwasserbecken und diverse Skulpturen. Das Kriegerdenkmal gegenüber der Kirche erinnert nicht nur an die Gefallenen des 1. und 2. Weltkrieges, sondern auch an die 600 Einwohner von Franchimont, die 1468 beim Versuch, den Burgunderherzog Karl den Kühnen gefangen zu nehmen, ihr Leben lassen mußten. Am Rand des schönen Marktplatzes steht ein Perron, eine Steinsäule mit Pinienzapfen und schmiedeeisernem Kreuz, wie man sie oft in den Städten des Lütticher Raums findet. Hier wurde im Mittelalter Recht gesprochen und es wurden amtliche Verlautbarungen verlesen. Ein Teil der Wanderfreunde ließ den wettermäßig überraschend guten Tag mit einer Einkehr in der Brasserie "Le Beaubourg" am Place du Perron ausklingen.

WF Sabrina Berger

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Fotos: I. Steven

Zusammenst./Aufber.: I. Steven

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