Am 26. September trafen sich 16 Wanderer zu einer Tour in das Quellgebiet der Rur im Hohen Venn.
Der Wettergott meinte es sehr gut mit uns und schickte perfektes Venn-Wetter: viel Sonnenschein, ab und an dichte Wolken, angenehme Temperaturen und nur „5 gefühlte Regentropfen“.

 

Startpunkt war die Kirche St. Wendelin in Sourbrodt. Von dort gingen wir zur „kleinen Rur“ hinunter, die ihr Quellgebiet in den Wiesen rund um Sourbrodt hat.
Die Rur dagegen hat ihr Quellgebiet im Wallonischen Venn. „Kleine Rur“ und Rur vereinigen sich dann im Gebiet zwischen Sourbrodt und Küchelscheid und fließen als „Rur“ weiter bis nach Roermond. Hier fließt die Rur nach knapp 170 km und einer Höhendifferenz von ca. 650 Metern in die Maas.
Wir folgten ein Stückchen der kleinen Rur am Rand von Wiesen mit viel verblühtem Mädesüß und liefen bis zur Brücke von Bosfagne, wo wir auf die „große“ Rur trafen.
Hier wurden früher die Schafe geschoren und die Wolle direkt im weichen und sauren Moorwasser gewaschen.
Auf einem Wurzelpfad - anfangs durch offene Heidelandschaft dann durch ein Waldgebiet – wanderten wir die junge Rur entlang, vorbei an der Pietkin -Quelle bis an den Rand des Wallonischen Venns, dem Quellgebiet der Rur.
Die Rur „tropft“ hier regelrecht aus dem Hochmoor an der Seite heraus und sammelt sich am Rand in Quellrinnsalen. Es ist Regenwasser, das durch den hohen Humusgehalt des Moorbodens dunkelbraun gefärbt ist. Wir konnten anhand einer mitgebrachten Wasserprobe aus der kleinen Rur sehr schön den Unterschied in der Farbe von „kleiner Rur“ und „großer Rur“ erkennen.
Entlang des Wallonischen Venns wanderten wir in Richtung Nesselo- und Rurvenn, vorbei an frisch renaturierten Moorflächen und Torfmoos. Das ist „die!“ Moorpflanze, die maßgeblich für die Torfbildung verantwortlich ist.
Auf schmalen Stegen - mit wunderschönem Blick über die Landschaft - durchquerten wir das Nesselo- und das Rurvenn, wo wir blühenden Lungenenzian und die gelbe Blutwurz entdeckten.
Am Rand der Quellwiesen der kleinen Rur wanderten wir auf mehr oder weniger schmalen Moorpfaden und schöner Weitsicht zurück zum Startpunkt, den wir nach gut 15 km erreichten.
Auf der Wanderung konnten wir einige typische „Moorphänomene“ entdecken: blau schillernde Wasserlachen, was keine Verschmutzung mit Öl ist, sondern das Ergebnis der Oxidation von Eisen und schaumigen „Moorkuchen“, was kein Seifenschaum ist, sondern das Ergebnis von Lufteinschlüssen in großen Molekülen.

Petra Janetzko

 

 

Fotos: H.Baumsteiger, B.Klinkenberg.  Zusammenst./Aufber.: K. Heidtmann