Schneeberg – Seffent – Melaten

16 wanderfreudige Senioren trotzten am Mittwoch dem (fast) beständigen Regen, um in einem bei den Eifelern wenig bekannten Gebiet im Aachener Westen zu wandern.

Vom Parkplatz am Schneebergweg hinter dem Klinikum ging es zunächst über den Schneeberg in Richtung Seffent und vorbei an den Sieben Quellen durch das NSG Seffent/Wilkenberg in Richtung Melaten, wo dem Karlsgarten ein Besuch abgestattet wurde. Im Sieben-Quellen-Hof in Seffent klang die Wanderung mit dem Kaffeetrinken aus.

 ie Wanderung begann mit dem „Aufstieg“ auf den 256 Meter hohen Schneeberg, der seinen Namen von den zahllosen kleinen Kalksteinbrocken hat, die in der vegetationslosen Zeit im Winter/Frühjahr an ein schneebedecktes Feld erinnern. Der sogenannte Vetschauer Kalkstein konnte im Gegensatz zu dem kleinteiligen Vijlener Kalkstein in Blöcken abgebaut und mit Beil und Säge bearbeitet werden, so dass er ein ideales Baumaterial war. Der Weg führte vorbei an einer 350 Meter langen Botonmauer, die als Panzersperre ein Teil des Westwalls war. An den 2. Weltkrieg erinnert auch die Schneebergkapelle, die der Bauer Wilhelm Maahsen hier aufgrund eines Gelübdes errichtet hat. An der Gestaltung hat der Künstler Peter Hodiamont mitgewirkt.

Trotz des ungünstigen Wetters war der Rundblick über das Senserbachtal, das hier die Grenze zwischen Deutschland und den Niederlanden bildet, beeindruckend. Er reichte vom „Mulleklenkes“ im Aachener Wald über Vaals mit dem Dreiländereck und Kasteel Vaalsbroek und über Lemiers bis zum weiter entfernten Vijlen. Auf der anderen Seite des Schneebergs boten sich auf dem Weg in Richtung Seffent Aussichten auf Orsbach, Vetschau und über den Aachener Kessel hinweg zum Lousberg. Immer wieder aus verschiedenen Perspektiven im Blick auch das alles beherrschende Klinikum.

Die Burg Seffent, deren Name sich vom lateinischen Septem Fontes – Sieben Quellen – ableitet, wurde erstmals 896 als Königsgut erwähnt. In dem malerischen Örtchen gibt es noch mehrere schöne Gebäude aus Kalkstein. Die Quellen sind heute in zwei Quelltöpfen eingefasst, es sind die ergiebigsten im Umkreis von 70 km. Sie speisen den Wildbach, der durch Laurensberg fließt und in der Soers in die Wurm mündet.

Der im Jahr 2000 vom Freundeskreis Botanischer Garten angelegte Karlsgarten am Gut Melaten zeigt die mehr als 90 Heil- und Würzkräuter, Gemüsearten und Obstbäume, die gemäß einer Verordnung Karls des Großen auf jedem seiner Hofgüter vorgehalten werden mussten, um die Versorgung seines ständig von Pfalz zu Pfalz ziehenden Trosses sicher zu stellen. Mehr dazu unter http://www.biozac.de/biozac/capvil/karl_f.htm

Über den Schneebergweg ging es dann zurück zum Parkplatz. Er verläuft auf der mittelalterlichen „via regia“, einer Pilger- und Handelsstraße, die vom Aachener Königstor am oberen Ende der heutigen Königstraße über Lemiers und Gulpen nach Maastricht führte. Das außerhalb der Stadtmauern gelegene Gut Melaten diente als Quarantänestation für Leprakranke und Aussätzige. Der Name leitet sich ab von mal'ladre, die „Krankheit des Lazarus“.

Wf. Helga Giesen

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