Roetgen. Das geschichtsträchtigste Denkmal Roetgens ist die Marienkapelle an der Ecke Hauptstraße/Faulenbruchstraße.

Das heute durch eine Bruchsteinmauer eingefasste Areal war einst die Begräbnisstätte der katholischen Gemeinde, in deren Mitte das erste, 1660 eingeweihte Kirchlein stand. Ein Teil des 1723 erweiterten Gotteshauses wurde nach dem Neubau der jetzigen Pfarrkirche im Jahre 1857 erhalten, um als der Gottesmutter Maria geweihte Kapelle an den Standort dieser ersten Kirche zu erinnern. Heute liegt die Marienkapelle als Roetgener Wahrzeichen über konfessionelle Grenzen hinweg vielen Bürgern am Herzen. Eine neue, von der Eifelvereins-Ortsgruppe Roetgen errichtete Tafel informiert jetzt die Besucher über die Bedeutung dieses Ortes.

Eine hölzerne Infotafel stand viele Jahre lang auf dem Parkplatz vor der Kapelle. An ihr hatte aber mittlerweile nicht nur der Zahn der Zeit genagt, sondern auch Vandalismus hatte ihr zugesetzt. Die Gemeindeverwaltung sah in dem maroden, nicht mehr standfesten Teil eine Gefahr insbesondere für die kleinen Besucher des benachbarten Kindergartens und Spielplatzes. Wer vor Jahren einmal die Errichtung der Tafel veranlasst hatte, konnte sie nicht ermitteln. Deshalb stellte sie über den Ortsgruppen-Geschäftsführer Bernward Holle eine Anfrage an den Eifelverein, ob sie vielleicht der Eigentümer der Tafel sei und wenn ja, ob diese durch den Bauhof entfernt werden könne. Das war die Ortsgruppe zwar nicht – spätere Nachforschungen ergaben, dass sie wahrscheinlich vom damaligen Gewerbe- und Verkehrsverein errichtet worden war –, der Vorstand erklärte sich aber auf Anregung von Bernward Holle spontan bereit, für Ersatz zu sorgen, falls die Gemeinde die Tafel entfernen würde. Sehr erfreut über dieses Vorhaben war der Förderverein Marienkapelle, der eine Erneuerung des „Schandflecks“ schon im vorigen Jahr angeregt hatte, dem aber wegen wichtigerer Unterhaltungsmaßnahmen eigene Mittel dafür fehlten.

Der Vorstand der Ortsgruppe, insbesondere Vorsitzender Hubert Baumsteiger und Kulturwart Bruno Klinkenberg, nahm die Sache in die Hand. Aus den Unterlagen des Pfarrarchivs stellte Alfons Rex alle Informationen in Wort und Bild zusammen, die Gestaltung übernahm wieder Christoph Laschet aus Raeren, der für den Roetgener Eifelverein schon die Infotafel am Naturdenkmal „Genagelter Stein“ geliefert hatte.

Die neue Infotafel zur Marienkapelle hat nun in einem soliden Edelstahl-Gestell ihren Platz innerhalb der Mauer gefunden. Der Bauhof hatte sie dort aufgestellt und ein ortsansässiger Gärtner für einen ansprechenden Blumenschmuck gesorgt. „Hier kann sie hundert Jahre alt werden“, freute sich der Vorsitzende des Fördervereins, Herbert Hennes, über den schönen neuen Standort, der nun auch nicht mehr zugeparkt werden kann. In seinen Dankesworten für das Engagement des Eifelvereins hob er auch die Schnelligkeit hervor, mit der dieses Projekt von der ersten Idee bis zur Fertigstellung durchgezogen worden war.

(heg)

Foto: Der Roetgener Eifelverein ließ an der Marienkapelle eine neue Infotafel aufstellen. Über das gelungene Werk freuen sich neben den Vorstandsmitgliedern der Ortsgruppe, Hans-Josef Offermanns und Hubert Baumsteiger, auch die Vertreter des Fördervereins Marienkapelle, Herbert Hennes und Werner Kreitz, sowie Alfons Rex vom Pfarrarchiv (von rechts).

  • Danksagung Marienkapelle
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